Cross-Selling bezeichnet eine Verkaufstechnik, bei der Kunden ergänzende Produkte oder Dienstleistungen zu ihrem eigentlichen Kaufwunsch angeboten werden. Anders als beim Up-Selling, wo teurere Varianten desselben Produkts im Fokus stehen, geht es beim Cross-Selling um sinnvolle Ergänzungen zum Hauptprodukt. Der Klassiker: Der Elektronikhändler, der zur neuen Digitalkamera gleich die passende Speicherkarte und Tasche empfiehlt.

Was macht erfolgreiches Cross-Selling aus?

Wer Cross-Selling erfolgreich einsetzen möchte, muss vor allem eines beachten: Die zusätzlich angebotenen Produkte müssen zum Kunden und seinem Kaufbedürfnis passen. Niemand freut sich über willkürliche Zusatzangebote, die keinen erkennbaren Nutzen bieten. Erkennt der Kunde hingegen den Mehrwert der Empfehlung, empfindet er das Cross-Selling häufig als hilfreichen Service.

Der richtige Zeitpunkt spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn der Kunde bereits eine positive Kaufentscheidung getroffen hat – in diesem Moment ist er besonders offen für ergänzende Angebote. Nicht umsonst zeigen Online-Shops ihre “Wird oft zusammen gekauft”-Empfehlungen genau dann, wenn ein Produkt bereits im Warenkorb liegt.

Branchenbeispiele: Wo Cross-Selling täglich stattfindet

Fast jede Branche nutzt Cross-Selling-Techniken, oft ohne dass es Kunden bewusst auffällt. Der Kellner, der zum Steak den passenden Rotwein empfiehlt, betreibt ebenso Cross-Selling wie die Versicherung, die zur Kfz-Police eine Insassenunfallversicherung anbietet.

Im stationären Einzelhandel setzen Unternehmen auf durchdachte Ladengestaltung, bei der ergänzende Produkte nah beieinander platziert werden – Nudeln neben Pastasaucen, Grillzangen neben Grills. Besonders ausgeklügelt funktioniert Cross-Selling im E-Commerce. Amazon hat mit seinen personalisierten Empfehlungen (“Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch…”) Maßstäbe gesetzt und erzielt damit beachtliche Umsatzsteigerungen.

Der doppelte Gewinn: Vorteile für Anbieter und Kunden

Für Unternehmen bringt erfolgreiches Cross-Selling handfeste Vorteile mit sich:

Doch auch Kunden ziehen Nutzen aus gelungenem Cross-Selling. Sie finden schneller passende Ergänzungsprodukte, sparen Zeit bei der Kompatibilitätsprüfung und entdecken häufig sinnvolle Kombinationen, an die sie selbst nicht gedacht hätten. Wer kennt nicht das erleichternde Gefühl, wenn der Verkäufer fragt: “Benötigen Sie auch gleich die passenden Batterien dazu?” – kurz bevor man ohne diese nach Hause gegangen wäre.

So funktioniert Cross-Selling in der Praxis

Wer Cross-Selling erfolgreich implementieren möchte, sollte einige bewährte Ansätze berücksichtigen. Entscheidend ist zunächst eine gründliche Analyse des Kaufverhaltens: Welche Produkte werden tatsächlich häufig zusammen gekauft? Im Idealfall nutzt man hier echte Verkaufsdaten statt bloßer Vermutungen.

Der Preisabstand zwischen Hauptprodukt und Zusatzangebot sollte überschaubar bleiben – kaum jemand kauft eine 50-Euro-Tasche zu einer 15-Euro-Maus. Je persönlicher die Empfehlungen ausfallen, desto höher die Erfolgsquote. Unternehmen mit gut gepflegten Kundendaten können hier punkten, indem sie auf Basis früherer Käufe individuelle Vorschläge machen.

Auch der Verkaufszeitpunkt will durchdacht sein: Cross-Selling kann vor, während oder nach dem eigentlichen Kauf stattfinden. Nachgelagerte Empfehlungen per E-Mail etwa erreichen Kunden, wenn sie ihr Hauptprodukt bereits nutzen und möglicherweise Ergänzungsbedarf erkennen.

Risiken vermeiden – die Kunst der Balance

Trotz aller Vorteile birgt Cross-Selling auch Fallstricke. Der größte: zu viel des Guten. Wer Kunden mit zahlreichen Zusatzangeboten bombardiert, erzeugt eher Abwehr als Kaufbereitschaft. Besser: wenige, aber dafür treffende Empfehlungen aussprechen.

Auch der Ton macht die Musik. Ein zu aufdringliches “Sie brauchen unbedingt noch…” wirkt manipulativ, während ein hilfsbereites “Passt übrigens gut dazu…” als Service wahrgenommen wird. Letztlich sollte Cross-Selling immer einen erkennbaren Mehrwert für den Kunden bieten – nur dann entsteht jene Win-win-Situation, die langfristig erfolgreich ist.

Wer diese Balance findet, macht aus dem Cross-Selling mehr als eine bloße Verkaufstechnik: Es wird zu einem echten Serviceelement, das Kunden dabei hilft, ihre Bedürfnisse umfassender zu erfüllen – und nebenbei den Unternehmenserfolg steigert.

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