Forfeiting
Im internationalen Handel stehen Unternehmen oft vor der Herausforderung, ihre Forderungen aus Exportgeschäften zu sichern. Hier kommt Forfeiting ins Spiel – eine clevere Finanzierungslösung, die besonders im Außenhandel eine wichtige Rolle spielt.
Mehr als nur Forderungsverkauf
Forfeiting ist gewissermaßen der große Bruder des klassischen Factorings. Dabei verkauft ein Exporteur seine mittel- bis langfristigen Forderungen an einen Forfaiteur – meist eine Bank oder ein spezialisiertes Finanzinstitut. Das Besondere daran? Der Forfaiteur übernimmt sämtliche Risiken: von Währungsschwankungen bis hin zu politischen Unwägbarkeiten. Für viele Exporteure ist das wie ein finanzielles Sicherheitsnetz.
Die versteckten Vorteile
Im Tagesgeschäft zeigen sich die praktischen Pluspunkte des Forfeitings. Exporteure kommen sofort an ihr Geld und müssen nicht monatelang auf die Zahlung warten. Gleichzeitig verbessert sich ihre Liquidität spürbar. Ein weiterer Vorteil liegt in der Bilanz: Verkaufte Forderungen verschwinden aus den Büchern, was die Bilanzkennzahlen positiv beeinflusst. Das macht Forfeiting besonders für mittelständische Unternehmen interessant.
Typische Anwendungsfälle
Die Praxis zeigt: Forfeiting glänzt vor allem bei größeren Exportgeschäften. Denken Sie an einen deutschen Maschinenbauer, der eine komplette Produktionsanlage nach Brasilien liefert. Die Zahlung soll in Raten über drei Jahre erfolgen – ein klassischer Fall für Forfeiting. Auch bei der Lieferung von Windkraftanlagen oder medizinischen Großgeräten ist diese Finanzierungsform oft die erste Wahl.
Der Weg zum erfolgreichen Forfeiting
Für eine reibungslose Abwicklung sollten Unternehmen folgende Punkte beachten:
- Frühzeitige Prüfung der Forderungsqualität
- Sorgfältige Auswahl des Forfaitierungs-Partners
- Klare Dokumentation aller Vereinbarungen
- Realistische Einschätzung der Kosten
- Abstimmung mit der eigenen Exportstrategie
- Regelmäßige Überprüfung der Konditionen
Risiken im Blick behalten
Trotz aller Vorteile ist Forfeiting kein Allheilmittel. Die Kosten können je nach Länderrisiko und Bonität des Importeurs deutlich schwanken. Außerdem sind nicht alle Forderungen für Forfeiting geeignet – sie müssen bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Erfahrene Exporteure wissen: Eine gründliche Vorabprüfung erspart später böse Überraschungen.
Die Bedeutung des Forfeitings wächst stetig, besonders in Zeiten zunehmender globaler Unsicherheiten. Wer diese Finanzierungsform clever nutzt, kann seine Exportgeschäfte deutlich flexibler gestalten. Dabei gilt: Je früher man sich mit den Möglichkeiten des Forfeitings beschäftigt, desto besser lässt es sich in die eigene Exportstrategie einbinden. Die Investition in Know-how zahlt sich hier definitiv aus.
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